Hospizkreis Menden e.V.
Der Hospizkreis Menden und seine aktiven Mitarbeiter

Warum setzen sich Menschen für die Hospizarbeit ein? Was sind ihre Beweggründe? Was veranlasst sie, sich mit Sterben, Tod, Sterbebegleitung und Trauertreff zu beschäftigen? Was gibt ihnen diese Beschäftigung?

"Es gibt doch weiß Gott fröhlichere, lustigere, spannendere Freizeitbeschäftigungen als ein Ehrenamt beim Hospizkreis", so die landläufige Meinung der großen Mehrheit der Bevölkerung, die Sterben und Tod aus ihrem Leben gerne verdrängt. Um so interessanter ist es einmal zu hinterfragen, warum es trotzdem Menschen gibt, die sich mit den zentralen Fragen des Lebens beschäftigen. Eine Umfrage an MitarbeiterInnen des Hospizkreises Menden beleuchtet die Beweggründe und gibt Antworten auf diese Fragen:

Der Anlass für die Beschäftigung mit Tod und Sterben liegt oftmals in der eigenen Familie begründet, sei es, dass Sterben und Tod der eigenen Mutter die Geschwister sehr hilflos machten und sie für folgende Tode naher Angehöriger besser gewappnet sein wollten, nach dem Motto: Auf Schwangerschaft und Geburt bereitet man sich gründlich vor, warum nicht auf den Tod? Eine plötzliche Erkrankung des Vaters traf die Familie wie ein Schlag und zwang sie, sich mit Abschied und Loslassen zu beschäftigen und die eigene Lebensbilanz zu ziehen.

Ein weiterer Grund für die Beschäftigung mit der Hospizarbeit war für die Tochter eine schwere Erkrankung ihrer Mutter, mit deren Tod Jahre später, sie dann besser in der Lage war umzugehen. Um Sterben und Tod in der eigenen Umgebung besser verarbeiten zu können, war bei einer Mitarbeiterin der Wunsch entstanden, durch die Beschäftigung mit der Hospizarbeit die Grenzen eigener Hilflosigkeit überwinden zu wollen. Sie stellte sich dem Thema und beschäftigte sich damit.

Durch die Betreuung alter sterbender Menschen im Familienumfeld ist bei einer ehrenamtlich Aktiven der Wunsch entstanden, Sterbebegleitung auch anderen Menschen zukommen lassen zu wollen und die noch verbleibende Lebenszeit gemeinsam mit dem Kranken und den Angehörigen den Umständen entsprechend angemessen zu gestalten.

Auch die immer noch nicht würdigen Bedingungen in den Krankenhäusern, nicht überall geht man mit Menschen in der letzten Lebensphase achtsam um, haben eine Krankenschwester bewegt, in der Hospizarbeit mitzuarbeiten. Einer der wenigen Männer im ehrenamtlichen Hospizdienst findet ein anonymes Sterben ungerecht. Er möchte sich nach langer reiflicher Überlegung in der Sterbebegleitung engagieren

und bedauert sehr, dass dies im Mendener Hospizkreis nur drei Männer tun; denn manchmal ist es einem Sterbenden angenehmer, wenn er mit einem Mann reden kann.

Um Sterbebegleitung und ein Angebot für Trauernde machen zu können, sind immer wieder Seminare und Fortbildungen notwendig. Diese für die Hospizteilnehmer kostenlosen sehr guten Ausbildungen bringen auch wertvolle neue Erkenntnisse für deren tägliches Leben mit sich. Im Angesicht des Todes kann das Leben anders betrachtet werden.

Man braucht auf niemanden mehr Rücksicht nehmen, kann sich ganz konzentrieren auf das was wichtig ist. Wenn fremde Menschen mit dem Sterbebegleiter über existenzielle Dinge des Lebens sprechen können, in der Gewissheit dieser ist zum Schweigen verpflichtet, und es ihnen dann gelingt, ruhiger aus dem Leben zu gehen, dann empfindet er dieses ihm entgegengebrachte Vertrauen als großes Geschenk.

Es ist ein wichtiger Dienst Menschen, deren Angehörige schwer krank sind, beratend zur Seite zu stehen, was wiederum ein gewisses Maß an Zufriedenheit und Erfüllung geben kann. Sterbende zu begleiten ist eine große Herausforderung aber auch eine Chance, Menschen in ihrer besonderen Situation vertrauensvoll zu begegnen.

Es ist eine Herausforderung aber auch Erfüllung und Freude. Am Krankenbett sitzen, Kontakt herstellen, sich auf die Situation und die Wünsche des Kranken einstellen, nur da sein, einfach Zeit haben; das kann geduldiger machen im Hinblick auf die Annahme der Dinge, die nicht mehr zu ändern sind.

Der Hospizkreis Menden hat seit Herbst 2012 sein Angebot für Trauernde neu konzipiert. Mit professioneller Unterstützung ist ein Konzept für ein niederschwelliges Angebot entstanden, das ab April 2013 im Trauertreff „Lichtblick-Zeit für Trauernde“ umgesetzt werden soll. Menschen, die durch Tod einen Verlust erlitten haben, finden dort ein offenes Ohr für ihre Trauer. Durch die menschliche Nähe in dieser Ausnahmesituation, die die Aktiven des Trauertreffs zu geben bereit sind, wird diesen oftmals ein Gefühl der Zufriedenheit und Dankbarkeit geschenkt.

Eine Tatsache sollte in der Hospizkreisarbeit nicht unberücksichtigt bleiben. Sie ist eine Tätigkeit in Abstimmung mit einer Gemeinschaft. Die sozialen Kontakte und Freundschaften, die dadurch entstehen, sind für manchen Mitarbeiter und manche Mitarbeiterin auch sehr wichtig.


Der Weg zum Sterbebegleiter und Trauertreffmitarbeiter

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