Hospizkreis Menden e.V.
Der Weg zum Sterbebegleiter und Trauertreffmitarbeiter

Bereits zum sechsten Mal bot der Hospizkreis Menden einen Einführungskurs in die Sterbebegleitung an. Zuletzt fand ein solcher Kurs mit insgesamt 60 Unterrichtsstunden vom 22. August bis 14. September 2014 statt.

Schwerpunkte bildeten Fragen der Selbsterfahrung im Umgang mit Tod und Sterben, Kommunikation und Wahrnehmung in der Begleitung, Umgang mit Trauer sowie mit den eigenen Grenzen als Begleitender. Geübt wurden Wahrnehmung, Gesprächsführung und aktives Zuhören.

Ebenso wichtige Themen waren Begleiterscheinungen des Sterbens, Sterbephasen nach Elisabeth Kübler-Ross, Rituale etc., aber auch Psychohygiene, das Helfersyndrom oder Burnout-Syndrom. Geleitet wurde der Kurs von Frau Irmgard Häussermann, Psychotherapeutin, Pädagogin und Trauerbegleiterin, die auch im Vorfeld eine zweistündige Informationsveranstaltung anbot.

Sinn und Ziel eines solchen Kurses ist es, sich mit dem eigenen Tod und Sterben auseinander zu setzen, ohne dem eine Begleitung sterbender Menschen nicht möglich ist.

Am Ende eines solchen Kurses kann sich jeder der TeilnehmerInnen entscheiden, ob er bzw. sie Mitglied im Hospizkreis werden will. Der Verein freut sich natürlich auch darüber, wenn die Erfahrungen des Einführungskurses im privaten oder beruflichen Bereich außerhalb des Hospizkreises zum Tragen kommen.

Wenn jedoch eine Mitgliedschaft feststeht, muss eine weitere Entscheidung getroffen werden: Soll eine aktive oder passive Mitgliedschaft angestrebt werden?

Die aktive Vorbereitung auf die Sterbebegleitung im Auftrag des Hospizkreises oder auf eine Mitarbeit im Trauertreff des Hospizkreises gestaltet sich dann schrittweise: Für die Vorbereitung und Beratung auf dem Weg zum Hospizbegleiter hat der Vorstand vier erfahrene aktive Hospizmitarbeiter bestimmt. Diese Personen werden Tutoren genannt. Sie haben sich den Kursteilnehmern im Verlauf des Einführungskurses schon einmal kurz vorgestellt.

Für die Kursteilnehmer, die sich für eine weitere Vorbereitung interessieren, findet ein Informations- und Kennlerntreffen mit den Tutoren statt. Sobald es den neuen Interessenten richtig erscheint, nehmen sie von sich aus zu einem Tutor ihrer Wahl Kontakt auf. Es folgt ein erstes Gespräch, in dem es in erster Linie um ein vertrauensvolles beidseitiges Kennenlernen geht.

Zu einem zweiten Tutorengespräch wird ein Verantwortlicher des Koordinatorenteams (koordiniert die Einsätze der Sterbebegleiter) hinzugezogen. Hier geht es mehr um praktische Fragen wie z.B. der Verfügbarkeit etc. Nach diesen Gesprächen kann sich der Interessent im Einvernehmen mit seinem Tutor für die weitere Vorbereitung entschließen. Das setzt eine notwendige Verbindlichkeit voraus, die durch das Unterschreiben der "Erklärung zur ehrenamtlichen Mitarbeit" bestätigt wird.

Diese beinhaltet ethische Grundsätze, unter anderem, dass es dem Sterbebegleiter nicht zusteht, für eine religiöse oder weltanschauliche Idee zu werben, sondern dass ausschließlich der Wille des Sterbenden zu achten ist. Es besteht eine absolute Schweigepflicht über sämtliche Daten, die während des Kontaktes mit dem Sterbenden und seiner Familie im Hospizkreis bekannt werden.

Unverzichtbar ist ab jetzt die regelmäßige, mindestens sechsmalige Teilnahme an der Supervision für Sterbebegleiter bzw. für Trauertreffmitarbeiter. Im vertraulichen Gespräch, anhand akuter Fragen und Probleme der aktiven Sterbebegleiter bzw. Trauertreffmitarbeiter, können Erfahrungen gesammelt und Austausch gesucht werden.

Öffentliche Montagstreffs, interne Informationstreffen sowie vom Hospizkreis angebotene Fortbildungsveranstaltungen sollten ebenfalls nach Möglichkeit besucht werden.

Die Vorbereitungszeit ist positiv beendet und der Interessent einsatzbereit, wenn er, sein Tutor und die für die Koordination zuständigen Mitarbeiter übereinstimmend dieser Meinung sind. Die erste Sterbebegleitung und die Mitarbeit im Trauertreff soll nach Möglichkeit mit einem erfahrenen Begleiter begonnen werden.

Während der Vorbereitungszeit sowie der gesamten aktiven Mitarbeit bleibt der Tutor Vertrauensperson des Begleiters bzw. des Trauertreffmitarbeiters und ist jederzeit ansprechbar. Auch er wird von Zeit zu Zeit den Kontakt suchen.

Falls das Vertrauensverhältnis nicht mehr aufrechtzuerhalten ist, kann es von beiden Seiten beendet werden. Zur weiteren Mitarbeit im Hospizkreis muss jedoch ein anderer Tutor gewählt werden.

Langjährige Erfahrungen des seit 1996 bestehenden Hospizkreises haben diese verbindlichen Regeln notwendig gemacht. Sie drücken das Bewusstsein einer großen Verantwortung aus, sowohl für die zu begleitenden Menschen als auch für die ehrenamtlichen Hospizmitarbeiter.


Sterbebegleitung

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